Gin: Der große Ratgeber!

Gin mit Tonic und einer Limette garniert.

Die Geschichte des Gins beginnt mit dem englischen König Wilhelm III., der das Destillat aus seiner ursprünglichen Heimat, den Niederlanden, nach England importierte. In diesem Artikel erfährst du alles was du über Gin wissen musst und welche Cocktails die beliebtesten sind. 

Background: Wo kommt Gin eigentlich her?

Die Geschichte des Gins beginnt mit dem englischen König Wilhelm III., der das Destillat aus seiner ursprünglichen Heimat, den Niederlanden, nach England importierte. Der holländische Genever wurde im Englischen zu „Gin“ abgekürzt und war zunächst, aufgrund der damals hohen Herstellungskosten, nicht sehr verbreitet. Dies änderte sich jedoch, als Ende des 18ten Jahrhunderts nach Nordamerika verlegt wurde.

Aufgrund der riesigen landwirtschaftlich nutzbaren Gebiete konnten Unmengen an Weizen zum Spottpreis erwirtschaftet werden. Der Gin sank im Wert und wurde aufgrund des günstigen Preises und des hohen Alkoholgehaltes zum beliebtesten Getränk der Unterschicht.

Etwa 20 Jahre später erkannte die damalige Regierung das Problem hinter dem übermäßigen Gin-Konsum der arbeitenden Bevölkerung und erhöhte die Preise, um die Gin-Krise zu beenden. Mit dieser Erhöhung gingen einige verbindliche Qualitätsstandards einher, die den Gin prägten und auch das Interesse der Oberschicht auf das Destillat lenkten.

Während der Entwicklung des Gins unterschied man folgende Sorten:

  • Genever – ein mit Wacholder angereicherter Branntwein
  • Old Tom Gin – mit Zucker versetzter Gin
  • Plymouth Gin – ein aus Plymouth kommender Gin (geschmacklich eine Mischung aus London Dry Gin und Old Tom Gin)
  • Sloe Gin – ein auf Gin basierender Likör
  • New Western Dry Gin – klassischer London Gin mit beliebiger zeitlichen Zusetzung von Botanicals
  • London Dry Gin – klassischer englischer Gin mit leicht bitterer Note

Wissenswertes
„Gin“ ist die Abkürzung von Genever, was im französischen „Wacholder“ bedeutet. Die Spirituose bekam den Namen, da jeder Gin auf Wachholderbeeren als Hauptbotanical setzt.
 

Wie wird Gin hergestellt?

Bei der Herstellung von Gin kommen hauptsächlich zwei Methoden zum Einsatz. Dabei basiert jeder Gin auf Getreide, meist Weizen, dem verschiedene Gewürze beigemengt werden.

1. Methode: Mazeration mit anschließender Destillation

Bei der ersten Methode werden die gewünschten Botanicals in den Alkohol eingelegt. Dieser zieht dann die Aromen und Farbstoffe heraus, um anschließend gefiltert und destilliert zu werden. Diesen Vorgang, wenn die Botanicals direkt in den Alkohol eingelegt werden, bezeichnet man als Mazeration.

2. Methode: Destillation mit Aromazugabe

Ebenso ist es möglich, auf die Mazeration und die Filterung zu verzichten. In diesem Fall wird der Alkohol wie bei der Mazeration in typischen Kupferkesseln destilliert und die entstehenden Alkoholdämpfe durch die Botanicals geleitet. Auf diese Weise nehmen sie ebenfalls die Aromen auf, ohne in direkten Kontakt mit den Botanicals zu kommen.

Viele Brennereien schwören auf die zweite Methode, da die Botanicals hierbei nur einer minimalen Hitzeeinwirkung ausgesetzt sind und der Gin aromatischer sein soll.

Warum gilt Gin als gesund?

Bereits vor mehreren Hundert Jahren wurde Gin als Heilmittel bei vielen körperlichen Beschwerden genutzt. Heute wissen wir, dass dies nicht auf Aberglauben beruhte, sondern dass Gin in Maßen tatsächlich förderlich für unsere Gesundheit sein kann.

5 positive Gesundheitseffekte von Gin

  1. Der im Gin vorkommende Wacholder stärkt das Immunsystem und beugt dadurch Krankheiten vor. Außerdem verfügt die Wunderbeere über jede Menge Antioxidantien, die einen positive Auswirkungen auf das Hautbild haben und Falten vorbeugen.
  2. Zu den weiteren Botanicals gehören Koriander, Rosmarin und andere Heilkräuter, die sich positiv auf den Verdauungstrakt auswirken. Zusätzlich fördert gemäßigter Gin-Konsum die Reinigung der Nieren.
  3. Da Gin ein Geist ist und einen sehr niedrigen Zuckergehalt aufweist, eignet er sich ideal für Diabetiker und Menschen, die ihren Zuckerkonsum reduzieren möchten.
  4. Das Destillat in Verbindung mit Wacholder tötet Keime ab und wirkt sich antibakteriell auf den Körper aus.
  5. Studien zufolge erhöht der Konsum von Bier aufgrund des hohen Histamin-Gehaltes die Anfälligkeit zu Heuschnupfen. Gin hingegen gehört zu den reinen Alkoholsorten und ist aus diesem Grund gerade in den Sommermonaten die bessere Alternative.

Was sind Botanicals?

Als Botanicals bezeichnet man pflanzliche Zusatzstoffe, die bei der Destillation beziehungsweise Mazeration zum Einsatz kommen.

Bei der Herstellung von Gin kommen über 120 Botanicals zum Einsatz, wobei einige schon fast zum Standard gehören, während andere eher eine Ausnahme darstellen. Im Folgenden findest du einen Auszug der möglichen Botanicals, die bei der Gin-Herstellung zum Einsatz kommen:

  • Kräuter: Heidekraut, Rosmarin, Melisse, Thymian, Verbene
  • Blätter: Grünkohlblätter, Beifußblätter, Mohnblätter, Limettenblätter, Himbeerblätter
  • Beeren: Wacholder, Holunder, Acai, Heidelbeere, Erdbeere
  • Hülsenfrüchte: Haselnuss, Muskatnuss, Macadamia, Bittermandeln, Walnuss
  • Früchte: Zitronen, Orangen, Pfirsich, Mango, Apfel
  • Samen: Koriander, Kardamom, Kümmel, Pfeffer, Anis
  • Blumen: Rosen, Veilchen, Akazienblüten, Flieder, Lilien
  • Rinden: Zimt, Chinarinde, Sandelholz, Lakritz, Kiefer
  • Wurzeln: Angelikawurzel, Ingwer, Kurkuma, Lotus, Enzian

Jede Destillerie hat ihre eigenen geheimen Rezepturen bezüglich der Botanicals und bei manchen Gins ist die jeweilige Zusammensetzung der Pflanzenstoffe ein wohl gehütetes Geheimnis.

Was sind die beliebtesten Gin-Sorten?

Laut einer aktueller Prognose von Statista wird der Gin-Umsatz in Deutschland dieses Jahr auf etwa 128 Millionen Euro steigen, was ein Wachstum von über 10 % bedeutet.

Laut Amazon stellen die drei folgenden Gins die absoluten Verkaufsschlager in Deutschland dar:

Mit einem Preis von etwa 20 bis 33 Euro liegen die oben genannten Gin-Sorten im niedrigpreisigen Segment, wobei man beachten muss, dass die Qualität eines Gins nicht zwingend von seinem Preis abhängig ist.

Musthave: Welcher Gin gehört in jede gute Hausbar?

Es gibt einige Gin-Sorten, die einfach in jede Hausbar gehören und ein absolutes Muss für jeden Gin-Kenner darstellen. Diese drei Gin-Sorten solltest du in jedem Fall ausprobieren:

Wer zumindest für den Anfang eher auf günstige Gin-Sorten ausweichen möchte, sollte erfahrungsmäßig folgende Gins ausprobieren:

  • Mandaley Blue London Dry Gin
  • Henderson Dry Gin
  • 42 Orson’s London Dry Gin

Wer es ausgefallen und geschmackvoll mag, sollte sich auf das japanische Meisterwerk Roku einlassen. Dieser exklusive Gin ist unserer Meinung nach ein Paradebeispiel für japanische Rechtschaffenheit und Perfektion.

Top 10: Die besten Gin-Cocktails

Gerade im Sommer stellen Gin-Cocktails die perfekte Alternative zum Feierabend-Bier dar. Im Folgenden präsentieren wir eine Auswahl der beliebtesten Gin-Cocktails und wünschen schon mal viel Spaß beim Genießen!

BildName / BeschreibungPlatz

Bramble

(merken)
1

Cocktail Gin Tonic

(merken)
2

Pink Lady

(merken)
3

Tom Collins

(merken)
4

Gin Fizz

(merken)
5

Gin Sour

(merken)
6

Clover Club

(merken)
7

Singapore Sling

(merken)
8

Negroni

(merken)
9

Dirty Martini

(merken)
10

Unser Fazit

Gin stellt auf dem Spirituosenmarkt eine absolute Bereicherung dar und ist mittlerweile weltweit bekannt und beliebt. Dabei macht die Komposition zwischen der liebevollen Herstellung, ausgefallenen Designs und unverwechselbarem Geschmack den Gin zu einer unserer Lieblingsspirituosen!

 

Unsere Quellen:

Christof

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Cocktails und deren Zubereitung zu tun hat, bin jedoch auch dem handwerklichen Arbeiten nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Mistelbach/Zaya und arbeite als Software Entwickler.

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